Warum die meiste KI-Werbung billig aussieht und was Du dagegen tust

Florian Kotulla · · 4 Min. Lesezeit
Kurzantwort

KI-Werbung sieht billig aus, weil die Vorarbeit fehlt, nicht weil die KI es nicht kann. Die fünf Fehler, die ich ständig sehe: schwacher oder fehlender Sound, Figuren und Produkte, die von Shot zu Shot anders aussehen, wechselnde Locations, schwache Performance und ein KI-Look ohne Korn und Partikel. Das Gegenmittel steht in der ersten Stunde: Skript, Look und Shotlist festlegen wie bei einem echten Dreh.

Billig ist ein Eindruck. Er entsteht in den ersten Sekunden und hat selten mit dem Tool zu tun. Er entsteht aus Dingen, die sich vorher lösen lassen.

Die fünf Fehler, die ich täglich sehe

  1. Schwacher oder fehlender Sound. Ohne Sounddesign ist jeder Clip nur ein bewegtes Bild. Sound macht aus Bildern einen Film.
  2. Inkonsistente Figuren und Produkte. Gesicht, Kleidung, Auto, Verpackung: alles verändert sich leicht von Shot zu Shot. Das Auge merkt es sofort, auch wenn der Kopf es nicht benennen kann.
  3. Inkonsistente Locations. Der Raum in Shot drei ist ein anderer als in Shot zwei. So baut kein Zuschauer eine Welt im Kopf zusammen.
  4. Schwache Performance. Leere Gesichter, Gesten ohne Absicht. Auch eine generierte Szene braucht Schauspiel.
  5. Der KI-Look. Zu glatt, zu sauber, seltsame Grafiken. Es sieht aus wie KI und nicht wie Footage mit Korn und Partikeln, wie man es von einer echten Kamera kennt.

Was ich in der ersten Stunde tue und die meisten überspringen

  1. Ein echtes Skript oder Beat Sheet schreiben. Story und Tempo stehen, bevor ich ein Tool öffne.
  2. Look und Referenzen festlegen. Farbe, Licht, Stimmung, dazu Charaktere und Locations als Referenzen. So wird nicht jeder Shot neu erfunden.
  3. Die Shotlist bauen wie bei einem echten Dreh. Einstellungsgrößen, Kamerabewegung, Reihenfolge. Jeder Shot hat einen Job.

Das ist Vorproduktion. Sie ist der Unterschied zwischen einem Spot und einem Haufen Clips.

Ein Frame, der zeigt, warum Präzision wirkt

Im Wilson Spec Ad schlägt ein Spieler den Ball zurück über das Netz. Die Kamera folgt dem Ball über das Netz und umkreist ihn. Wir sehen Haare und Texturen, alles in Zeitlupe.

Der Shot funktioniert, weil wir der Kamera genau gesagt haben, was sie tun soll und wie lange. Diese Genauigkeit sorgt für einen realistischen Look. Und sie verkauft den letzten Moment des Spots, bevor er zum Schluss kommt. Auch das Wilson-Video ist ein Spec Ad, also ein freies Projekt ohne Auftrag der Marke.

Warum Vorproduktion bei KI genauso zählt wie beim Dreh

Bei einem echten Dreh zwingt Dich der Tag am Set zur Planung. Crew, Licht und Location kosten Geld. Bei KI fehlt dieser Zwang, denn Generieren geht schnell. Genau das verführt dazu, ohne Plan loszulegen. Das Ergebnis sind viele Clips und kein Film.

Welcher Schritt welchen Fehler löst

  • Das Skript sichert Tempo und Performance. Jede Szene hat einen Zweck.
  • Referenzen halten Figuren, Produkte und Locations über alle Shots stabil.
  • Die Shotlist macht die Kamera präzise, wie im Wilson-Beispiel oben.
  • Sounddesign und Grading sind eigene Schritte. Korn und Partikel gehören ins Finish, damit nichts nach glatter KI-Grafik aussieht.

Woran Du gute KI-Werbung erkennst

Wenn Du KI-Werbung einkaufst, stell Deinem Dienstleister drei Fragen:

  • Gibt es ein Skript, das ich vorab freigeben kann?
  • Sehe ich Referenzen für Look, Figuren und Locations, bevor generiert wird?
  • Gibt es eine Shotlist und ein echtes Sounddesign?

Wer darauf keine Antwort hat, liefert am Ende genau das, was Du in der Timeline täglich siehst.

Häufige Fragen

Warum sieht KI-Werbung oft billig aus?

Meist fehlt die Vorarbeit: kein Skript, keine festen Referenzen für Look, Figuren und Locations, keine Shotlist und kein echtes Sounddesign. Dazu kommen der glatte KI-Look ohne Korn und Partikel und schwache Performance.

Woran erkenne ich gute KI-Werbung?

An konsistenten Figuren, Produkten und Locations, an starkem Sounddesign, glaubwürdiger Performance und einem Look, der nach Kamera-Footage mit Korn und Partikeln aussieht statt nach glatter KI-Grafik.

Kann KI-Werbung wie ein echter Film aussehen?

Ja, wenn Vorarbeit und Handwerk stimmen: Skript, Look-Referenzen, Shotlist, Sounddesign und Grading. Unsere Spec Ads für Wilson und KFC sind Beispiele dafür.

Was kostet gute KI-Werbung?

Im Einstieg zwischen 2.000 und 5.000 €. Wie sich der Preis zusammensetzt, steht im Beitrag zu den KI-Werbefilm-Kosten.

Du willst KI-Werbung, die nach Film aussieht?

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